Ausstellung - Herrliberg

Gedenkausstellung zum 10. Todestag

Gezeigt werden Werke aus neun Dezennien des Herrliberger Künstlers Karl Lukas Honegger (14. August 1902 - 27. Januar 2003), beginnend mit dem Jahr 1923 und endend mit letzten Arbeiten kurz vor seinem Tod im Jahr 2003. Karl Lukas Honegger hinterlässt ein umfangreiches Werk an Ölgemälden, Zeichnungen, Skizzen, Keramiken sowie Holz- und Bronzeplastiken aus seinen Schaffensperioden in Deutschland und der Schweiz. Seine Arbeiten waren nie provokativ, sein inneres und äusseres Gleichgewicht fand er in seinem persönlichen Suchen nach Wahrheit. Der natürliche Ausdruck der Schönheit prägten sein jahrzehntelanges Wirken als Künstler und Mensch.

Sowohl bei den Bronzeplastiken wie auch bei den Gemälden kommen Empathie und Sensibilität des Künstlers auf einzigartige Weise zum Ausdruck. 

Vernissage: Freitag, 15. März 2013, 17 – 20Uhr

Laudatio: 18 Uhr:

Laudatio vom 15.03.2013

(Von Ruedi Brütsch, Herrliberg)

 

Pablo Picasso unterschied zwischen Natur und Kunst. Und er produzierte Kunst.

Karl Lukas Honegger verstand Natur als Kunst. Und er produzierte Kunst.

 

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, geschätzte Kunstfreunde

 

Wer war Karl Lukas Honegger und wie ist seine Kunst zu verstehen? Diese beiden Fragen möchte ich zum 10. Todestag unseres Herrliberger-Künstlers aus meiner Sicht beantworten und die  Eröffnungsrede unter den Titel stellen:

 

 „Der Zürichsee-Künstler auf der Suche seiner Identität während 9 Jahrzenten“

 

Ein guter Mensch und Freund, der mit uns gelebt, kann uns nicht genommen werden; er lässt eine unvergessliche Spur zurück. Und dieser Spur gehen wir heute Abend nach und versuchen, Karl Lukas Honegger in seiner Kunst zu spüren und als Mensch etwas aufleben zu lassen.

 

Wenn ich mit meinem Hund den Karl Lukas Honegger-Platz ob Herrliberg überquere, um ins Erlenbacher-Tobel zu gelangen und mich am Wegrand das bronzene „blumenpflückende Mädchen“ grüsst, kommen mir Gefühle hoch, die mich an meine Zeit im Atelier unseres lieben Künstlers erinnern. Wie oft durfte ich mich mit ihm in seiner Kunststube über Gott und die Welt, aber vor allem über seine Kunst unterhalten und ihn in seiner ganzen Fülle mit seinem versteckten und unvergessli- chen Schalk erleben. Von seinem scharf denkenden Intellekt wie aber auch von seinem grossen Herz und seiner gutmütigen Art wurde ich immer und immer wieder beeindruckt. Zusammen mit meiner Frau, die sich bei Honi, so durften ihn seine Freunde nennen, in der plastischen Kunst weiterbildete, gewannen wir

 

einen neuen Freund, durch den wir während gut zwanzig Jahren bereichert wurden.

Unser Herrliberger-Künstler wurde 1902 in Zürich geboren und verbrachte dort seine Jugendzeit. In jener Periode, in der der erste Weltkrieg zu Ende ging und die Moral der Menschheit sowie der Weltwirtschaft darnieder lagen, brauchte es Mut, eine Berufslehre als Theatermaler am damaligen Stadttheater (dem heutigen Opernhaus) anzutreten. Doch der junge Honi war von seinen künstlerischen Fähigkeiten überzeugt, beendete erfolg-

reich diese Lehrzeit und zog dann bald in die Kulturmetropole Berlin, wo er ein Kunststudium an der Kunsthochschule absol-

vierte und anschliessend gut zwanzig Jahre seines Lebens dort verbrachte. Die sich abzeichnende Fähigkeit und grosse Begabung für die menschliche Darstellung wurden in seiner Maltechnik verfeinert. Während dieser Zeit holte sich Honegger eine breite Erfahrung in der Portrait-Kunst und konnte sich damit seinen Lebensunterhalt verdienen.

 

Mit 45 Jahren absolvierte der Künstler eine fünfjährige Bild- hauerlehre in Zürich und als 70-jähriger wandte er sich noch der Keramik-Kunst zu. – Seine letzten 30 Jahre verbrachte er in der Kittenmühle oberhalb Herrliberg. Nebst seinem kunst- schaffenden Engagement war er an der Migros-Klubschule als Zeichnungs- und Keramiklehrer tätig. Dazwischen nutzte er immer wieder die Zeit, um sich bei vielen internationalen Reisen und Besuchen von Ausstellungen künstlerisch weiter zu ent-

wickeln und inspirieren zu lassen. Oft durfte ich ihn persönlich an Ausstellungen oder auch einmal zum Bronzengiesser ins Tessin begleiten, wo ich mit ihm unvergessliche Momente erleben und viel von ihm lernen und mein bescheidenes Kunst- verständnis erweitern durfte. - Vor allem lernte ich dabei den  Unterschied zwischen „sehen“ und „schauen“ kennen. (Das „Sehen“ ist mehr ein zufälliges Wahrnehmen, das „Schauen“ ein absichtliches, das mehr auf das Innere, Geistige hinweist.) Bei Honi zeichnete sich immer mehr eine grosse Fähigkeit bei der darstellenden dreidimensionalen Kunst ab, wovon auch die

 

 

heute ausgestellten Werke Zeugnis ablegen.

 

Im Rahmen seiner Weiterbildung und künstlerischen Entwick- lung malte er hervorragende Kopien von weltbekannten Künstlern. So durfte er beispielsweise im Auftrag der Brauerei Hürlimann in Zürich in der berühmten Tate Gallery in London ein Pferdebild der weltbekannten französischen Künstlerin Rosa Bonheur kopieren. – Seine weiteren Studien führten ihn, nebst vielen anderen, nach Belgien und Holland, wo er sich von Brueghel, Rembrandt sowie vom sicheren Pinselstrich eines Franz Hals inspirieren liess. Besonders beeindruckt kam er von einer Tizian-Ausstellung in Venedig zurück, die er als  „Wunder“ bezeichnete. Diese Art von Malerei hatte es Honi angetan. Durch seinen tief verankerten christlichen Glauben fand er bei dieser Kunst Zugang zu Form und Inhalt, zu Körper und Geist. So versuchte er immer wieder, die innere Harmonie des grossen Renaissance-Meisters Raffael in seinem eigenen Schaffen zu verwirklichen, wie er einmal in aller Bescheidenheit und in Ehrfurcht diesem einzigartigen Virtuosen gegenüber betonte.

 

Von der modernen Malerei mit all ihren „ismen“, die in der zweiten Hälfte des 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts aufkam, wandte sich Honegger bewusst ab. – Hinter mensch-

lichen Gestalten in der französischen impressionistischen Mal-

kunst sah Honegger in seiner Wahrnehmung eher Farbflecken mit Figuren oder gar Puppen ohne inneres Leben. Im Gegen-

satz dazu verstand unser Künstler die deutsche Malkunst des 19. Jahrhunderts wie beispielsweise von Hans von Marées, Menzel, Leibl, Liebermann, als Malerei von inneren Werten.     

 

Und hier kommt der echte Honegger so richtig zum Ausdruck. Obwohl er lernfähig und wissensdurstig war, liess er sich von der künstlerischen Entwicklung, die um ihn herum immer mehr verwirklicht wurde, nicht beeindrucken. Er blieb bei seinem Kunstverständnis, bei dem er immer wieder versuchte, das Wollen und Können auf seine Art in Einklang zu bringen und damit den Betrachter seiner Kunstwerke stets herausforderte, nicht nur zu sehen, sondern hinzuschauen, um die Tiefe des Inhaltes zu verstehen.

 

Und so kommen wir zu den unverkennbaren Stärken unseres Künstlers, der die Gabe hatte, Emotionalitäten bei Portraits oder Stimmungen bei Landschaftsbilder so zum Ausdruck zu bringen, dass der Betrachter beim genauen Hinschauen die Gedanken der Gesichter lesen oder die Wetterlage der gemalten Landschaft spüren konnte. – Das Reuegefühl der an den Baum der Erkenntnis lehnenden Eva wird in ihrer realistisch gemalten Haltung sichtbar. Das Schamgefühl und die Traurigkeit des Petrus nach dem Verrat oder die unterschied- lichen Gesichtszüge der beiden Schächer am Kreuz, um nur einige wenige Beispiele seiner reichhaltigen Gemälde- und Skizzensammlung herauszugreifen, zeugen von einer hoch entwickelten und einzigartigen Empathie und Sensibilität des Künstlers. Er bevorzugte vielfach bekannte religiöse Gestalten oder Darstellungen, um solch emotionale Momente und Situationen mit einer hohen Begabung noch deutlicher auf der Leinwand veranschaulichen zu können.

 

Wenn wir es nun wagen, einen Überblick über seine menschliche und künstlerische Entwicklung zu erhalten, bemerkt man, dass der Mensch Honegger von drei Lebens-

erfahrungen beeinflusst und geprägt wurde:

 

  1. In Berlin konnte er während all den Jahren Welt-Luft schnuppern und aufatmen. Er kam in eine grosszügig denkende Gesellschaft und hatte die Gelegenheit, in fremden Kunstkreisen zu verkehren, was ihm den intellektuellen, künstlerischen und zwischenmenschlichen Horizont stark erweiterte.

 

  1. Aufgrund persönlicher Erfahrungen wurde sein christlicher Glaube  während seiner Berliner-Zeit vertieft, beeinflusste bezüglich seiner emotionalen Darstellungen auf positive

 

 

Weise seine spätere Malerei-Kunst und begleitete ihn als wichtiger Bestandteil seines Lebens bis zu seinem Tod.

 

  1. Die grosse innere Motivation, seiner eingeschlagenen Kunstrichtung treu zu bleiben und sie zu perfektionieren, verdankte er zu einem grossen Teil dem damaligen Professor Kurth an der Kunsthochschule Berlin. Und das nötige Rüstzeug zu dieser erfolgreichen Entwicklung erhielt er vom bekannten Zürcher Kunstmaler Paul Bodmer, der u.a. den Kreuzgang des Fraumünsters in Zürich malte, bei dem er seine Lehrlingsprüfung ablegen musste und für ihn als Vorbild galt.

 

So sucht man bei unserem talentierten Karl Lukas Honegger vergebens nach einem bestimmten Stil oder einer während diesen neun Dezennien veränderten Kunstrichtung. Jedes seiner Kunstwerke, ob nun bei den eindrucksvollen dreidimen- sionalen Plastiken oder bei seinen künstlerisch hochwertigen Gemälden, ist ein Unikat, das in seiner Kunst das momentane Empfinden und Betrachten des Künstlers auf natürliche Art widerspiegelt und den letzten Tropfen seiner Substanz enthält.

 

Ein guter Mensch und Kunstschaffender ist nicht mehr. Was bleibt sind die Erinnerungen an einen begnadeten Künstler und an seine wunderbaren Werke, die den Geist unseres lieben Freundes aufleben lassen.

 

Anlässlich seines 80sten Geburtstages haben zwei Teilnehmer- innen eine originelle selbstgedichtete Poesie vorgetragen, von der der letzte Satz lautete: „Ob Mann, ob Weib, das ist ganz gleich, wen Honi kennt, den macht er reich.“

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von Herzen eine bereichernde und genussvolle Ausstellung.

 

(Laudatio vom 15.03.2013 in der Kulturschiene Herrliberg-Feldmeilen)

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Öffnungszeiten: Donnerstag/Freitag 14 – 18 Uhr , Samstag/Sonntag 14 –17 Uhr

Vernissage: 15.03.2013
Finissage: 24.03.2013

Gedächtnismesse mit anschliessender Ausstellung in der St. Marien Pfarrei

Rennweg 35, 8704 Herrliberg

Sonntag, 27. Januar 2013, 10.30 - nachher Aperitif im Pfarreisaal

Vernissage: 27.01.2013
Finissage: 27.01.2013

Gedenkausstellung zum 105. Geburtstag: kulturschiene Herrliberg - 28.2. - 23.3.2008

"Honi" so haben wir ihn genannt - definierte sich selber als ein "Künstler wider den Zeitgeist".

Ein Mann, der keine Fremdsprache sprach, der aber die Sprache der Kunst unvergleichlich beherrschte. Ein humorvoller Freund, der das Leben ernst nahm. Eine Persönlichkeit, klein von Statur, aber beseelt von grossen Ideen. Ein Vorbild an Treue, Treue gegenüber sich selber, aber auch gegenüber seiner Sendung und seiner Inspiration.

Wer sich gegen den Zeitgeist stellt, geht in der Masse nicht unter. Er hinterlässt eine unauslöschbare Spur.

Vernissage: 28.02.2008
Finissage: 23.03.2008

Ausstellung in der Kulturschiene in Herrliberg

Am 14. August 2002 feierte Karl Lukas Honegger seinen 100. Geburtstag. Mit dieser Ausstellung fand der Auftakt zum Jubiläumsjahr statt. An der Vernissage am 23. März 2002 nahmen mehr als 100 Personen teil. Dank dem Medienecho und den Plakaten kamen viele Besucher zur Ausstellung. Speziell bei den zwei Führungen mit dem Maler Karl Lukas Honegger noch persönlich führte.

Vernissage: 23.03.2002
Finissage: 07.04.2002

Ausstellung "im Rebberg" in Herrliberg

Die Limmat Stiftung realisiert in Zusammenarbeit mit dem Alters- und Pflegeheim im Rebberg eine Ausstellung mit Portraits, Landschaften und Plastiken von Karl Lukas Honegger. Die Ausstellung fand vom 06.Juni bis 13. Juli 2001 statt.

Vernissage: 06.06.2001
Finissage: 13.07.2001